Chorrosion gibt es schon seit über 30 Jahren und wir sind immer noch da und haben Spaß am Singen, am inzenieren und daran, die gesellschaftlichen Verhältnisse auf’s Korn zu nehmen. Neben Auftritten bei politischen und gewerkschaftlichen Veranstaltungen und der Teilnahme an größeren Chorprojekten (Canto general, Tschernobyl) haben wir auch immer wieder eigene Programme zu bestimmten Themen gemacht
Ausblick
Rückblick
„Empört euch – Lieder zur Lage“ 2023
Wenn es „Übergewinne trotz Krise“ gibt*, der „smarte Christian Lindner“ vom Porsche Boss gelenkt wird, „im Osten der Himmel brennt“ und es nur uns kalt ist, während andere „ihre Pools heizen“ – dann gibt es allemal genügend Gründe, sich zu empören. Hinzu kommt, dass „sich überall die Rechten breit machen“, die AFD gegen „Vielfalt und gleiches Recht“ für alle Geschlechter hetzt und „hassverbreitende Rechte Populisten einfach durchdreh´ n“.
Gut, das ist die Lage. Aber, hält Chorrosion mit Rio Reiser dagegen, „wer, wenn nicht wir“ soll sie ändern? „Sagt nein zum Kriege führen“, seid – so riet uns schon Kreisler – „doch nicht immer so angepasst“. „Wenn alle das täten“, dann würde vielleicht auch der Traum von Konstantin Wecker wahr und wir lebten endlich in einer solidarischen, grenzenlosen Welt.


Chorleitung: Astrid Barth, Piano: Moya Tschuschke
„Es rettet uns (k)ein höh’res Wesen..“ 2018

Ein Blick – und insbesondere ein fremder Blick – auf unsere Welt zeigt uns eine Menge Dinge, die dringend verändert werden müssten. – Und wie reagieren wir?
Die einen wollen es anpacken, scheitern an der „Unzulänglichkeit menschlichen Strebens“ und hoffen auf Rettung.
Andere wollen keine Retter, sind gegen alles Fremde und für die deutsche Leitkultur. Oder aber beschwichtigen und empfehlen Kompromisse. – Eine verfahrene Situation!
Und ein vergnügliches szenisches Chorprogramm, in dem das musikalische Erlebnis von Lachen, Erschrecken, Selbstironie und Nachdenklichkeit begleitet wird.

Chorleitung: Susanna Keye, Regie: Sabine Scheerer, Piano: Moya Tschuschke
„Lieder gegen Krieg und Rassismus“ 2015

Chorleitung: Susanna Keye, Regie: Lenny Grüttgen, Manuela Wenz, Piano: Moya Tschuschke
Flyer-antikriegstag
„Arsen an Sahnehäubchen“ 2013

In dem Programm „Arsen an Sahnehäubchen“ ging es um die verschiedenen „Gifte“, die auf unsere Gesellschaft einwirken. Chorrosion betrieb das Restaurant “Zur Himmelfahrt”, in dem diverse Vorstände bekannter Unternehmen speisten. Ort der Handlung war die Küche des Restaurants, in der emsige Vorbereitungen getroffen werden, damit sich die prominenten Gäste wohlfühlen. Der Titel deutet schon an, dass die Suppe nicht immer gesund war. Und dann kam noch der Betriebsrat von Opel vorbei. Da ahnt man Schlimmes. Und mit Recht. Aber keine Sorge: Es trifft immer die Richtigen.
Chorleitung: Susanna Keye, Regie: Sabine Scheerer, Klavier: Moya Tschuschke
Flyer Arsen an Sahnehäubchen
„Flucht und Schatten“ 2010
ein multimediales Chorstück mit einer Geschichte nach Dimitri Ladischensky und Francesco Zizola: „Das Dilemma des Commandante““
Der italienische Commandante hat ein Problem: er rettete zu viele Flüchtlinge. Glück für die, die überlebten. Doch sie werden – wie es in einem Stück von Brecht heißt – noch viel Glück brauchen’, wenn sie in unserer Festung Europa zurecht kommen wollen, wo als ‚Schwestern und Brüder’ nur die akzeptiert werden‚ „die aus dem Schengen Raum kommen“.

Jetzt sind sie hier, unsichtbar unter uns. Schatten. Geplatzt sind die Träume von dem kleinen Glück „irgendwo auf der Welt“. Stattdessen landen sie beim „Sklavenhändler“ und „putzen jeden Dreck weg“. Ungeliebt und ungeschützt in einem Land, in dem sie „nachts nicht schlafen können, weil ihr Daseinsrecht schon viele Jahre in Akten kreist“. (Zitate aus den Chorstücken)
Chorleitung: Susanna Keye, Regie: Manuela Wenz, Klavier: Moya Tschuschke, Sprecher: André Wülfing
Flyer Flucht & Schatten,
Programm „Jetzt erst Brecht“, 2007
Dieses Programm von „chorrosion“ stand ganz im Zeichen von Bertold Brecht mit Kompositionen von Kurt Weill, Hanns Eisler oder Paul Dessau, u.a. aus der Dreigroschenoper, dem Singspiel „Rundköpfe und Spitzköpfe“ und „Mahagonny“.
Dem Chor ging es vor allem um die Aktualität der brecht’schen Kritik der Verhältnisse. Wer „chorrosion“ kennt weiß, dass es hier keinen reinen Chorvortrag gab: so entstanden auch diesmal mit der Musik auf der Bühne diverse Bilder und Szenen. Diesmal traf sich eine illustre Schar völlig unterschiedlicher Menschen, die sich anscheinend zufällig begegneten. Musikalisch wurde das Ganze bereichert durch eine Band der Musikschule Bochum.

Flyer Brecht
„Keine Macht die Arbeit“ 2002

Geliebt, gehasst, ersehnt, verboten, bezahlt, unterbezahlt, unbezahlt – bestimmt die Arbeit unser aller Leben und landläufig auch den Wert des Menschen. Für die einen gibt’s zuviel, für die anderen zuwenig und ohne sie bist du sowieso nichts
Der Chor versuchte – nicht immer ganz ernst – viele Facetten des Themas in den Griff zu bekommen. Anleihen von Skorpians bis Eisler dienen dazu, die Arbeit auf’s Korn zu nehmen.
Man muss ja nicht gleich der „Apathie“ verfallen, auch wenn der Traum vom „Millionär“ verfliegt, die „Trostworte vom Amt“ nicht trösten, „Keine Zeit“ zum Leben bleibt und das Kapital weiter den „Kriminaltango“ tanzt …
Musikalische Leitung: Holger Schwarz, Regie: Manuela Wenz



